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Martin Schlüter
© Martin Schlüter
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Laser Zentrum Nord

Im Technologietransferzentrum für optische Technologien und Produktionstechnik wird weltweit führende Laserforschung betrieben, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualität des deutschen Stahlbaus zu erhöhen, die Zeit der Produktherstellung bedeutend zu reduzieren und die Wirtschaftlichkeit der Stahlbauproduktion zu steigern. In dem 2012 fertiggestellten Neubau befinden sich, neben modernsten Forschungsbereichen, Schulungsräume, Büros und Räume für Studierende.
Der monolithische Komplex ist stark von Materialien und Form der Lasertechnik geprägt. Charakteristika wie Präzision und Scharfkantigkeit definieren einen Bau mit dynamischer Linienführung. Die Gebäudekanten laufen diagonal auf einen vom Betrachter nicht wahrnehmbaren Nullpunkt zusammen und vermitteln die Assoziation gebündelter Energie. Durch die Einfahrt zum Parkplatz wird der Baukörper von einer scharfen Trennkante durchbrochen, die ebenfalls an den klaren Schnitt eines Lasers erinnert. Gelb beschichtete und teils gelochte Flachbleche bekleiden die so entstandenen Schnittflächen und werden farblich in Kombination mit hellem Grau außerhalb wie innerhalb des Gebäudes wieder aufgenommen.

© Martin Schlüter
© Martin Schlüter

Das Gebäude beherbergt drei verschiedene Nutzungsbereiche, in denen Schiffslaser, Rohlaser und Kleinbauteile konzipiert werden. Die Dämmung der Forschungsräume ist mit einer gelben Folie kaschiert, die zwischen der gelochten Metallfassade durchscheint. Dach und Außenwände werden übergangslos mit einer Aluminiumhaut verkleidet, die in der schilfartigen Vegetation der Umgebung eine faszinierende Wirkung erzeugt.
Im Inneren des Komplexes konnte, dank einer Zulassung im Einzelfall, ein großer Stickstofftank in die Raumwirkung integriert werden, der für gewöhnlich außerhalb des Gebäudes und ohne Bezug zu diesem hätte angeordnet werden müssen. Er ist durch die gelochte Fassade von außen sichtbar und vervollständigt das Bild Wertigkeit und technologischem Fortschritt.
Form, Farbe und Materialität des Gebäudes fügen sich nicht nur in das Konzept der bestehenden Corporate Identity ein, sondern prägen diese durch eine skulpturale und erkennbar themenbezogene Architektursprache bedeutend mit. Das besondere Faszinationspotenzial von Lasertechnik wird gestalterisch aufgegriffen und mit einem futuristisch anmutenden Bauwerk ergänzt.

Baujahr
2012
Bauherr
LZN Laser Zentrum Nord GmbH
Fläche
ca. 5.000 m² BGF
Standort
Am Schleusengraben 14
21029 Hamburg-Bergedorf
Deutschland
Beteiligte
Beratungs- und Planungsbüro: assmann beraten planen, TGA: Planungsgruppe M+M AG, Statik: WETZEL & VON SEHT, Brandschutz: Ing. Büro T. Wackermann; Hunck+ Lorenz Freiraumplanung, Fotografie: Martin Schlüter

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blauraum Architekten GmbH
Paul-Nevermann-Platz 5
22765 Hamburg
Deutschland

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