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Christian Richters, Günter Wett / Frener + Reifer, Michael Wolff
© Christian Richters, Günter Wett / Frener + Reifer, Michael Wolff
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ThyssenKrupp Quartier

Das neue Quartier der ThyssenKrupp AG folgt typologisch der Idee der Campusarchitektur, einem Ensemble verschiedener Einzelgebäude auf einem „grünen Teppich“ mit Bäumen, verbindenden Wegen und kleinen Plätzen. Im Fokus der Erwartungen stand eine Struktur, die flexibel auf Veränderungsprozesse innerhalb des Konzerns reagieren kann und mit einer offenen und transparenten Wirkung fließende Kommunikations­prozesse fördert.
Das übergeordnete Gestaltungsmotiv aller Gebäude auf dem Campus folgt dem Prinzip „Schale – Kern“. Auf diese Weise entstehen zwei Fassadentypen: die raue Schale mit variierendem, metallischen Sonnenschutz nimmt den Bezug zu den Freianlagen auf; die glatten Oberflächen der Kerne sind nach innen orientiert. Alle Gebäude sind aus mindestens zwei L-förmigen Einzelvolumen kompositorisch zusammengesetzt und umschließen einen zentralen Binnenraum. Im Schwerpunkt der alles ordnenden, zentralen Wasserachse ist das Gebäude Q1 als markanter Hochpunkt platziert, dem seine expressive Form einen hervorgehobenen Status innerhalb des Campus verschafft. Durch die geometrische Verschränkung der Gebäudevolumina wird nicht nur ein spannungsvolles Äußeres erzeugt; auch im Inneren entstehen spannende Raumabfolgen. Ein glasgedecktes Atrium bildet hier das Zentrum. Es erstreckt sich über 11 Geschosse und ist durch zwei Zwischenebenen und Stege gegliedert. Den Raumabschluss nach Norden und Süden bilden zwei große Landschaftsfenster. Auch das neuartige, hocheffiziente Sonnenschutzsystem hat eine prägnante Bedeutung für die Gesamterscheinung des Q1. Die ca. 400.000 Edelstahl-Lamellen werden dem Sonnenstand nachgeführt und ermöglichen eine Lichtumlenkung bei freier Aussicht.

© Christian Richters, Günter Wett / Frener + Reifer, Michael Wolff
© Christian Richters, Günter Wett / Frener + Reifer, Michael Wolff

Das dreigeschossige Gebäude Q2 ist das kommunikative Zentrum des Quartiers. Ein großer Sitzungs-und Veranstaltungssaal für bis zu 1.000 Personen, weitere Konferenzräume sowie die Mitarbeiterrestaurants und ein öffentliches Café dienen der allgemeinen Infrastruktur. Im Untergeschoss zentriert sich die unterirdische Logistik des gesamten Quartiers. Die drei Hauptebenen werden an mehreren Stellen durch gemeinsame Lufträume unterschiedlicher Höhe zusammengefasst. Der „Raum der Stille“ im Q2 bietet Mitarbeitern und Gästen eine Rückzugsmöglichkeit zur inneren Einkehr. Einem überhöhten, lang gestreckten Zugang folgt der Hauptraum, in dem ein nach unten offener Quader zu schweben scheint. Die farblich steuer­bare Lichtdecke lässt den Kubus nach oben endlos erscheinen. Hocker bilden die einzige Möblierung des Raumes.
Wie bei allen anderen Gebäuden ist beim Q2 der außen liegende Edelstahl-Sonnenschutz das Leitelement für die signifikante Gesamterscheinung im Sinne der übergeordneten Corporate Architecture. Auch die übrigen Bürogebäude und die quartierseigene Kita folgen diesem Prinzip.

Bauherr
ThyssenKrupp AG
Standort
ThyssenKrupp Allee 1
45143 Essen
Deutschland
ARGE mit
Chaix & Morel et Associés (Paris)
Beteiligte
Generalplanung und Projektsteuerung: ECE Projektmanagement GmbH, Statik: IDN Ingenieurbüro Domke, Außenanlagen: kiparlandschaftsarchitekten, Lichtplanung: LichtKunstLicht, TGA: IGK-IGR, Fassadenberatung: Priedemann, Elektroplanung: Dörflinger+ P., Fachberatung Atriumfenster und -dach: Werner Sobek, Fotografien: Christian Richters, Günter Wett / Frener + Reifer, Michael Wolff,

JSWD Architekten

JSWD Architekten GmbH & Co.KG
Maternusplatz 11
50996 Köln
Deutschland

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