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Andreas Keller, Kristian Labusga
© Andreas Keller, Kristian Labusga
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Voestalpine Stahlwelt

Für das Markenmuseum des österreichischen Konzerns voestalpine fand das Designunternehmen KMS BLACKSPACE 2009 in der Umsetzung des Themas Stahl eine Lösung, die den charakteristischen Werkstoff des Unternehmens direkt aus mehreren Perspektiven in Szene setzt.
Das Besucherzentrum befindet sich in einem schlichten rechteckigen Komplex, dessen Fassade sich primär auf die Baustoffe Stahl und Glas verlässt. Der Gebäudeteil, der das Markenmuseum beherbergt, erinnert in seiner Form an ein Periskop und lässt sich mit Wissenschaft und Fortschritt assoziieren. Der freie Blick auf die Stadt Linz und das Werksgelände steht für die Offenheit des Unternehmens.
Das Zentrum der Stahlwelt und gleichzeitig der Ort der Wissensvermittlung ist ein begehbarer Zylinder, der sich über vier Gebäudeebenen erstreckt, in dem Informationen zur Stahlverarbeitung angeboten werden. Neben der konischen Form, die einen Schmelztiegel repräsentiert, wird das Thema Stahl mit 80 Metallkugeln fortgesetzt, die in ihrer Anordnung die einzelnen Atome der molekularen Zusammensetzung von Eisen ver­körpern. Die Materialauswahl aus Stahl und Chrom fügt sich stimmig in das Gesamtkonzept ein.

 © Andreas Keller, Kristian Labusga
© Andreas Keller, Kristian Labusga

Besucher werden über Wendeltreppen und Stege um und durch den künstlichen Tiegel geleitet und erhalten an verschiedenen Stationen Informationen zur Stahlproduktion und -verarbeitung. Die 700 Quadrat­meter große Innenhülle des Tiegels aus LEDs erzeugt in wechselnder Bespielung eine lebendige Licht- und Farbatmosphäre. In den verchromten Oberflächen der Kugeln, die einen Durchmesser von bis zu 2,5 Meter besitzen, wird das Licht vielfach gestreut und reflektiert. In jeder Kugel spiegeln sich Stege, Besucher und weitere Kugeln, und erzeugen, gleich einem Spiegel­kabinett, eine Verschmelzung von realen und reflektierten Räumen und Baukörpern. Einige Kugeln sind begehbar und ergänzen als mediale Terminals die Ausstellung. Auch interaktive Handläufe tragen zur Wissensvermittlung bei. In einem angeschlossenen Turm werden auf einem vertikalen Förderband Exponate transportiert, welche die Wertschöpfungskette des Materials veranschaulichen.
Im Gegensatz zu einer einseitigen Kommunikation setzen die Planer der ­voestalpine Stahlwelt auf eine Gestaltung, die Informationen als Event erlebbar macht und den Besucher in das Element Stahl eintauchen lässt­— ein Markenmuseum zum Anfassen.
Das Projekt repräsentiert in seiner Gestaltung den Anspruch der Agentur, die Identität eines Unternehmens mit einer Vielzahl von Gestaltungsdisziplinen zu prägen. Für ein schlüssiges Gesamt­konzept spielen verschiedene ­Kompetenzen wie Architektur, Kommunikations- und Produktdesign, Kommunikation im Raum, sowie unterschiedliche mediale Konzepte, wie Film, Sound und Licht zusammen.

Baujahr
2009
Standort
Voestalpine-Straße 4
4020 Linz
Österreich
Beteiligte
Beteiligte Ausstellungsarchitektur: Jangled Nerves, Hochbau: Schremmer Jell ZT, Klangkonzeption: Klangerfinder, Fotografie: Andreas Keller, Kristian Labusga

KMS BLACKSPACE

KMS BLACKSPACE GmbH
Tölzer Straße 2c
81379 München
Deutschland

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