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Michael Schnell
© Michael Schnell
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VR-Bank Markgröningen

Zugunsten höchstmöglicher energe­tischer Effizienz entschied sich die VR - Bank Asperg-Markgröningen entgegen der ursprünglichen Planung für eine Sanierung der Geschäftsstelle am Standort Markgröningen. Die damaligen Filial- und Verwaltungsräume verteilten sich auf vier Gebäude aus unterschied­lichen Jahrzehnten und hätten auch nach einer Sanierung weder die ökologischen noch ökonomischen Ansprüche des Bauherren erfüllen können. Ein Neubau bot außerdem die Möglichkeit den sozialen Austausch zwischen Mitarbeitern und Kunden sowie den Komfort der Arbeitsplätze deutlich zu erhöhen.

Der neue Komplex bildet einen Solitär, der einen Auftakt zur angrenzenden Altstadt darstellt und einen Platz außerhalb der historischen Stadtgrenze schafft. Der Bau tritt von den angrenzenden Straßen­fluchten zurück und markiert so den Übergang zur neuzeitlichen Stadterweiterung.
Liebel/Architekten BDA entwickelten das gestalterische Konzept, das aufgrund der Anforderungen des nachhaltigen Bauens ein Gebäude vorsah, dessen Räume um ein zentrales Atrium orientiert sind. Auf diese Weise sind alle Geschosse räumlich und visuell miteinander verbunden und ermöglichen einen kommunikativen Austausch. Entsprechend der Ansprüche an die umliegenden Flächen, wie den Wartebereich, die Kundentheke und den Flur, verändert das Atrium seine Form durch Vor- und Rücksprünge der einzelnen Ebenen. Neben seiner Funktion als kommunikativer Knotenpunkt, übernimmt es außerdem eine wesentliche Aufgabe im Bezug auf das Lüftungs- und Belichtungskonzept, indem es als Lichtfänger große Bereiche des Gebäudes mit Tageslicht versorgt. Von der Fassade wird die natürliche Beleuchtung mit großen Fensterflächen und Lichtlamellen unterstützt.

Die Belüftung erfolgt über einen Erdkanal, durch den frische Luft in das Gebäude gelangt und auf überwiegend natürliche Weise und ohne technische Hilfsmittel über einen Solarkamin durch die natürliche Thermik wieder abgeführt werden kann. Aktive Stahlbetondecken übernehmen Gebäudeheizung und ­-kühlung und werden im Winter ­mittels einer Wärmepumpe mit Erdwärme gespeist.

© Michael Schnell
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Die extensive Begrünung des Daches schafft einen ökologischen Ausgleich für die bei der Errichtung des Gebäudes versiegelten Flächen. Dabei wirkt sie an kalten Tagen als natürlicher Wärmepuffer und schützt im Sommer den Innenraum zusätzlich vor Aufheizung. Dies trägt nachhaltig zur Verringerung der Kühllasten bei.
Die Arbeitssituation der Angestellten wurde durch das offene Baukonzept deutlich verbessert. Im großen ehemaligen Gebäudekomplex war der Austausch zwischen den Mitarbeitern nur schwer möglich. Durch das offene Atrium hat sich die Kommunikation innerhalb der Bank verändert. Die Mitarbeiter begegnen sich vermehrt und tauschen sich mehr aus. Bevorzugt in der Kantine im obersten Stock mit schönem Blick über die Altstadt. Den Kunden wird durch die differenzierte Raumstruktur gleichermaßen Transparenz und Diskretion vermittelt.

Baujahr
2013
Bauherr
VR -Bank Asperg-Markgröningen
Standort
Graf-Hartmann-Straße 2
71706 Markgröningen
Deutschland
Zusammenarbeit
ARGE mit Innenarchitekt Karl Irmler GmbH
Beteiligte
Energiekonzept: Transsolar Energietechnik GmbH, Fotografie: Michael Schnell

Liebel/Architekten

Liebel/Architekten BDA
Hirschbachstr. 31
73431 Aalen
Deutschland

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