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Christoph Kraneburg
© Christoph Kraneburg
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VS12 Vertriebs- und Servicecenter

Mit sechs Geschossen, einer Grundfläche von 20.000 m² und einer Tiefgarage mit knapp 350 Stellplätzen verlangte der Plan des Vertriebs- und Servicecenters der Deutschen Telekom im Frankfurter Stadtteil Sossenheim nach einer kreativen Lösung. Das Ergebnis war ein homogener Komplex mit geschickter Raumaufteilung und einer dem Unternehmen angemessenen Gestaltung.

Grundlegend für das Projekt war letztlich die Idee eines kammartig eingeschnittenen weißen Bandes. Durch die Einschnitte in der Außenhülle des Körpers entwickeln sich zur Südseite als Glieder des Kamms drei Gebäudeteile und zwei Innenhöfe in den Zwischenräumen. Ungleichmäßig breite Fenster durchsetzen die weißen Fassadenabschnitte zur Südseite und die lange Nordfassade am Kammrücken. Der so entstehende Rhythmus verweist auf die Klang-Visualisierungen eines Equalizers und stellt den Bezug zum akustischen Aspekt der Telekommunikation her. Die nach Osten und Westen ausgerichteten Gebäudeflächen bauen hierzu einen farblichen wie konzeptionellen Kontrast auf – hier definieren durchlaufende Fensterbänder und dunkle Töne das Bild.

 © Christoph Kraneburg
© Christoph Kraneburg

In einer Ganzglasecke an der Westseite bildet das Foyer einen klar definierten Akzent in Richtung der Haupterschließung, bewirkt durch die Auffaltung des weißen Bandes. Die Ausstülpung wird durch eine schräg geschnittene Wandscheibe aus der Nordfassade entwickelt und geht Richtung Süden in den Boden der Kantinenterrasse über. Auch in den Innenhöfen setzt sich der Rhythmus der weißen Lochfassade im Pflaster des Platzes fort und rekurriert auf die Leitidee der gefalteten Außenhülle.
Im Innenraum des Empfangs- und Kantinenbereichs dominieren gedämpfte Sand- und Grautöne die Optik; Akzente werden im firmentypischen Magenta gesetzt.
Der Binärcode als Grundlage der Telekommunikation bildet den gestalterischen Ursprung der Dualität, die sich durch die Architektur des Vertriebs- und Servicecenters zieht. Die Zweifarbigkeit der Außenhülle, die beiden unterschiedlichen Fensterkonzepte und die periodische Anordnung von Gebäudeteilen und Innenhöfen greifen jeweils für sich das Thema wieder auf und fügen sich in ein vielschichtiges und doch homogenes Gesamtbild ein.

Baujahr
2014
Bauherr
Lang & Cie. Frankfurt am Main
Standort
Wilhelm-Fay-Straße
65936 Sossenheim
Deutschland
Beteiligte
Ausführungsplanung: SHP Architekten mit Thomas Grüninger Architekten, Fotografie: Christoph Kraneburg

Fritsch + Schlüter Architekten

Fritsch + Schlüter Architekten
Darmstädter Str. 25
64342 Seeheim-Jugenheim
Deutschland

Meixner Schlüter Wendt Architekten

Meixner Schlüter Wendt Architekten
Fischerfeldstraße 13
60311 Frankfurt
Deutschland

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